Neuer Übergangsbereich macht Midi-Jobs attraktiver

 

 

Mini-Jobs sind äußerst beliebt. Doch für den Arbeitgeber sind sie teurer als ein normales sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Der Arbeitgeber muss in der Regel pauschal 30 % zusätzlich zum Lohn zahlen (15 % Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung und 2 % pauschale Lohnsteuer). Bei einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis dagegen betragen die Sozialversicherungsbeiträge für ihn nur 19,825 %. Hinzu kommen jeweils die Beiträge zu den Umlagen U1 und U2, zur Insolvenzgeldumlage und zur Unfallversicherung. Wer statt zweier Mini-Jobber mit einem monatlichen Entgelt von 450 Euro einen Midi-Jobber für 900 Euro beschäftigt, spart bereits über 90 Euro an Lohnnebenkosten monatlich.

  Bruttolohn SV-Beitrag ArbG ArbG-Kosten
Mini-Job 2 x 450 € 30% 2 x 135,00 € 1.170,00 €
Midi-Job 1 x 900 € 19,825% 1 x 178,43 € 1.078,43 €

Zwar lassen sich zwei Arbeitnehmer zeitlich flexibler einsetzen. Doch die monatliche Arbeitszeit von Mini-Jobbern ist sehr begrenzt. Da auch ihnen der Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro gezahlt werden muss, wird die Geringfügigkeitsgrenze bereits mit 49 Arbeitsstunden pro Monat überschritten und aus dem Mini-Job wird ein Midi-Job.

Gleitzone wird zum Übergangsbereich

Wer mehr als 450 Euro verdient, ist in allen Zweigen der Sozialversicherung beitragspflichtig. Im sogenannten Midi-Job-Bereich (von 450,01 Euro bis 800,00 Euro) muss jedoch nur der Arbeitgeber seinen vollen Beitragsanteil zahlen. Die Beiträge der Arbeitnehmer steigen innerhalb dieser Gleitzone erst allmählich auf den vollen Anteil an. Ab 1. Juli 2019 wird der Übergangsbereich bis auf einen Monatslohn von 1.300 Euro ausgedehnt. Damit hat der Arbeitnehmer bei Löhnen zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro weniger Abzüge. So sinkt beispielsweise für einen Arbeitnehmer mit einem Monatslohn von 850 Euro die Beitragsbelastung von bisher knapp 20 % auf ca. 17 %. Das entspricht einem Plus an Nettolohn von monatlich 23 Euro. Handelt es sich um das erste Arbeitsverhältnis, fällt innerhalb des Übergangsbereiches in der Regel auch keine oder nur eine geringe Lohnsteuer an. Für Teilzeitkräfte wird es damit attraktiver, als Midi-Jobber tätig zu werden. Im Unterschied zum Mini-Job werden dabei auch Ansprüche auf Arbeitslosengeld I erworben. Zudem erwerben Midi- Jobber ab dem 1. Juli 2019 Rentenansprüche auf das tatsächliche Arbeitsentgelt und nicht nur auf den beitragspflichtigen Teil.

Beispiel

Ein Midi-Jobber verdient 900 € monatlich. Ab Juli 2019 beträgt sein Beitragsanteil zur Rentenversicherung nicht 83,70 € (9,3 % x 900 €), sondern nur 74,12 €. Dennoch werden Rentenansprüche auf der Grundlage von 83,70 € erworben.

(Stand: 18.03.2019)

 

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